10 gute Gründe, wieso ich mich jetzt selbständig mache

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S ehnst du dich nach einer Alternative zu sinnlosen, fremdbestimmten Arbeitsaufträgen? Hast du innerlich gekündigt und willst endlich mehr Freiheit in deinem Leben?

Wenn du jetzt denkst, dass du mit Mitte bis Ende 40 zu alt fürs Gründen bist, kannst du in meinem Blogpost lernen, dass es gute Gründe gibt, genau in diesem Alter den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

Grund 1: Mit meiner Branchenerfahrung kann kein 25jähriger Berlin-Mitte-Hipster mithalten.

25 Jahre Berufserfahrung in meiner Branche plus Ausbildung, Studium und Fortbildungen sind Pfunde, mit denen man wuchern kann. Gründer in unserem Alter sind erfahren, umsichtig und gelassen, haben eine große Fach- und Führungskompetenz und wissen, dass eine gute Idee nicht alles ist. 20 Prozent aller Startups scheitern übrigens an zu wenigen Branchenkenntnissen. 

Grund 2: Ich weiß, dass Erfolg die Ausnahme und Scheitern die Regel ist.

11 von 12 Startups in Deutschland scheitern. Wegen schlechter Ideen, der falschen Geschäftspartner oder einem zu starken Fokus auf die Kunden-Akquise.  Wie sich Scheitern anfühlt, haben wir gelernt und auch, dass es uns jedes Mal ein Stück nach vorne gebracht hat. Jetzt machen wir es anders.

Grund 3:  Ich habe gute Businesskontakte und ein belastbares Netzwerk

Auch wenn du kein Extrem-Netzwerker bist: In all den Jahren kommt einiges an Kontakten zusammen. Gerade am Anfang einer Neugründung sind alte Kollegen-, Lieferanten- oder Kundenkontakte die Basis, von der aus du starten kannst.

Grund 4: Meine Arbeit wird mehr Anerkennung und gesellschaftliche Wertschätzung erfahren.

Gerade als Frau merkst du irgendwann, das für dich „no return of investment“ vorgesehen ist. Teilzeitverträge und die „gläserne Decke“ bremsen unsere berufliche Entwicklung aus. Immer noch viel zu wenige Unternehmen bieten uns Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Fatal für viele Unternehmen, denn mit diesen Aussteigerinnen verlässt ein unglaubliches Potenzial die Firmen. Das werden sie noch bereuen.

Grund 5:  Professionelle und effiziente Umsetzung ist für mich kein Hexenwerk

Viele junge Gründer glauben alleine an die Macht der Idee und gehen dabei im Chaos unter. Eine Vorstellung davon zu haben, was eine tragfähige Geschäftsidee ist, wie man einen Business-Plan schreibt und welches Wissen unerlässlich ist, um funktionierende Prozesse aufzubauen, hilft für eine Gründung ungemein.

Grund 6:  Ich bin furchtlos und hinterfrage alles

„Alte Menschen sind gefährlich, weil sie keine Angst vor der Zukunft haben“, schreibt Prof. Dr. Peter Gross in seinem Buch „Glücksfall Alter“. Und es stimmt! Mittlerweile haben wir feine Antennen, wenn uns jemand Müll erzählt. Wir sind ja oft genug auf Schwätzer, Blender und Angeber hereingefallen. Deswegen wissen wir heute sehr schnell, wem wir vertrauen können und wo wir lieber keine Zeit investieren.

Grund 7:  Weil ich alle anderen Jobs schon gemacht habe.

Mit 16 habe ich eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht, anschließend Sozialpädagogik studiert. Das Volontariat nach dem Studium brachte mich in die Kommunikationsbranche. Seitdem habe ich diverse Praktika gemacht. Ich habe festangestellt, als Freie, mit Zeit- und Teilzeitverträgen und unbefristet gearbeitet im öffentlichen Dienst, in Unternehmen, Agenturen und als Freelancer in so ziemlich allen Branchen, die es gibt. Seit kurzem habe ich einen Lehrauftrag an einer Hochschule.  „Lebenslanges Lernen“ nennen das die Karriereberater: Ich hab’s gemacht!

Grund 8:  Jahrelang haben meine Chefs mich ausgenutzt, jetzt will ich endlich mein Know-how zu meinem eigenen Nutzen einsetzen.

Schon beim allerersten Job nach meinem Studium geriet ich an einen Chef mit Zucker-Brot-und-Peitsche-Führungsverhalten. Typ leicht übergewichtiger Patriarch, immer am Rande der Legalität entlang, korrupt und nicht wirklich daran interessiert, seinen Mitarbeitern eine wirkliche Chance zu geben. Irgendwie scheine ich ein Faible für solche Chefs zu haben, denn es war nicht der letzte dieser Art.

Grund 9:  Ich habe keinen Bock mehr, mich schlecht zu fühlen, wenn ich mich um meine Familie kümmere.

 

Egal ob du mit fast 50 noch kleine Kinder hast oder deine Eltern pflegst. Selbständigkeit ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit Teilzeitmodellen und flexiblen Arbeitszeiten lässt sich der Spagat zwischen Familie und Beruf erträglich ausbalancieren.

Grund 10:  Es gibt in Deutschland immer weniger junge Gründer. Die Gesellschaft braucht uns.

Rund ein Drittel aller Gründer sind heute über 45. Wenn die Jungen in einer Gesellschaft immer weniger werden, müssen zwangsläufig Ältere die Innovation vorantreiben: Mit einer ausgeprägten Leistungsbereitschaft und einer hohen intrinsischen Motivation.

Ich habe gelernt, dass wir nicht zwangsläufig mit 50 beruflich irgendwann „erwachsen“ sind. Diesen Irrtum zu akzeptieren, fiel mir lange Jahre schwer. Jetzt, wo ich nochmal den Neustart wage, ist es für mich wie eine Befreiung. Heute fühle ich mich gut gerüstet und ich möchte euch Mut machen, euch zu trauen.

Lasst euch nicht abschrecken von den Startup-Hipstern und 35-jährigen Management-Beratern. Vertraut auf euch, auf eure Geschäftsideen, Erfahrungen und Menschenkenntnis. Ihr wisst, wie es geht. Sucht euch Gleichgesinnte, formuliert eure Bedürfnisse und macht was draus.

Womit wolltet ihr euch längst schon selbständig machen?

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